Interview mit Frau Lutz zum Klimaschutz und Fridays for Future

Hier ist das vollständige Interview mit Frau Lutz zum Klimaschutz und zu Fridays for Future.

Da unsere Redakteure auch nur normale Schüler sind und nichts dagegen haben, sich neben dem Haufen von Hausaufgaben, dem Lernen auf Klassenarbeiten und dem Schreiben von GFSsen, in den Pfingstferien wenigstens ein paar Minuten Freizeit zu gönnen, ist das hier die unbearbeitete Abschrift des Interviews. Das schränkt zwar an manchen Stellen die Lesbarkeit etwas ein, dafür kommt man aber in den Genuss besonders origineller Originalzitate unserer Schulleiterin.


Jan Haschek (Chefredakteur des Redaktionskuchens): Wie wurde das Thema Umweltschutz in Ihrer eigenen Schulzeit behandelt – Umwelt-AG etc.?

Frau Lutz: Was wir hatten war ein Schulgarten. Da haben wir Sachen angepflanzt, gegossen. Das ist ja auch das Thema Umwelt. Aber jetzt nicht so nach dem Motto Klimaschutz, Klimawandel. Aber das heißt nicht, dass man sich nicht mit dem Thema im Unterricht beschäftigt hätte. Aber so etwas wie eine Umwelt-AG gab es nicht.

Engagiert sich die Schule beim Thema Umwelt? (Schulleitung, Lehrerkollegium)

Also erst einmal gehört das ja zu den Themen, die wir normal im Unterricht behandeln, das steht ja auch im Bildungsplan – ist also vorgeschrieben.

Nicht wie sie das Thema behandeln, sondern wie sie sich als Schule engagieren

Ich denke schon, dass es verschiedene Arten von Engagement gibt. Ich würde mal das Engagement also sehr gut bezeichnen. Auch wir Lehrer – also so im Kleinen fängt der Umweltschutz ja schon an, dass man schaut, welchen Kaffee man trinkt, was man zum Geschirrspülen benutzt.

Wird bei der Sanierung auf umweltfreundliche Baumaterialien, Energieeffizienz usw. geachtet?

Da bin ich jetzt ein bisschen überfragt, also gefühlt ist der Brandschutz an erster Stelle, dann der Denkmalschutz und da weiß ich nicht, inwieweit die Umweltverträglichkeit von Materialien da im Vordergrund steht.

Was halten Sie von den „Fridays-for-future-Demos?“

Grundsätzlich finde ich es gut und berechtigt, dass sich Schüler engagieren und finde es auch absolut legitim, dass man demonstriert für irgendetwas, um seine Meinung kundzutun. Ich finde aber auch, dass das nicht reicht und Aktivitäten, wie wir sie ja auch mit der SMV besprochen haben, um vllt. Auch aktiv zu werden. Denn so eine Demonstration hat ja nur als Effekt Aufmerksamkeit zu erregen, aber sie ändert ja nichts an der Tatsache. Das heißt die Wirkung ist eine begrenzte. Schulrechtlich ist es ganz deutlich: Schüler dürfen sich während der Schulzeit nicht versammeln oder demonstrieren, das ist rechtlich ganz klar geregelt. Demzufolge hat auch eine Lehrkraft oder die Schulleitung kein Recht einen Schüler dafür zu beurlaubigen. Auch die Eltern dürfen das nicht. Ein Streikrecht gibt es nicht für Schüler – auch für Beamten nicht. Das ist ganz klar geregelt. Deswegen ist die Frage, warum sich das auf Freitag Unterrichtszeit beschränken muss.

Um Aufmerksamkeit zu erregen

Die Frage ist, ob die Aufmerksamkeit größer ist, wenn tausend Schüler um elf Uhr oder sonst wann auf den Marienplatz gehen.

Aber während der Schulzeit hat das doch eine größere Wirkung!

Glaubst du das?

Würde ich schon so sagen. Die Schule in Waldsee hat das ja auch erlaubt!

Ich glaube eher, dass die Tatsache, dass es während des Unterrichts ist, Schüler dazu verleitet dahin zu gehen, die sonst nicht gehen würden. Und dann habe ich dabei Bedenken. Also entweder ich gehe dahin, weil ich dazu überzeugt bin – weil es etwas Gutes ist, oder ich lasse es. Wenn ich aber dahin gehe, um den Matheunterricht zu verpassen. Deswegen bezweifle ich das mit der Aufmerksamkeit!

Die Waldseer Schulleitung hat die Fünf-Vor-Zwölf Demos dort erlaubt – die unterstützt die sogar richtig!

Das ist nicht korrekt! Das ist nicht korrekt! Das ist nicht korrekt! Also schulrechtlich geht das nicht.

Die nächste Frage wäre, ob es vertretbar ist gebleichtes Papier in Mengen zu verwenden. Das AEG nutzt schon umweltfreundliches, nicht gebleichtes Papier.

Darüber haben wir gesprochen, ich habe das Thema auch noch mal mit dem Sekretariat besprochen. Und nicht immer ist recyceltes Papier auch immer umweltfreundlicher. Da kannst du dich gerne auch noch mal mit den Sekretärinnen unterhalten, die haben nämlich auch noch mal vorher schon Recherche betrieben. Wir sind da noch dabei. Mir ist es letztlich egal. Ich hab nichts dagegen, dass das jetzt umweltfreundlich seien soll. Es muss nur halt wirklich umweltfreundlicher sein. Solange das nicht wirklich geklärt ist, ob das auch wirklich umweltfreundlicher ist – das steht nämlich gerade zur Debatte – müssen wir mal gucken. Auch Kosten halt.

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